586. Striezelmarkt wird abgesagt

OB Hilbert: Die aktuelle Situation lÀsst keine andere Entscheidung zu

Nach den Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den MinisterprĂ€sidenten der LĂ€nder zu Wochenbeginn steht nun fest: Dieses Jahr wird es keinen Striezelmarkt geben. „Auch wenn noch keine konkreten BeschlĂŒsse gefĂ€llt wurden, bedeutet dies fĂŒr uns, dass wir auf lokaler Ebene eine sehr schwere Entscheidung treffen mĂŒssen“, sagt OberbĂŒrgermeister Dirk Hilbert. „Da keine Lockerungen der Corona-Verordnungen absehbar sind – ganz im Gegenteil – und frĂŒhestens kommende Woche mit einem neuen Fahrplan zu rechnen ist, haben wir keine realistische Option mehr, den Striezelmarkt durchzufĂŒhren. Ich bedaure dies sehr, sehe aber, dass der Teil-Lockdown bisher nicht die Wirkung erzielt hat, die wir uns fĂŒr die Adventszeit gewĂŒnscht haben. Das Infektionsgeschehen in Dresden, aber auch gerade in den umliegenden Landkreisen lĂ€sst keine andere Entscheidung zu.“

Warum kann die Stadtverwaltung nicht lÀnger warten, falls sich die Situation doch verbessern sollte?
„Wir wollen unsere Partner nicht weiter im Unklaren lassen. Viele HĂ€ndler haben mit uns gemeinsam gehofft und uns unterstĂŒtzt, dass wir einen Striezelmarkt durchfĂŒhren. Aber genau wie wir, mĂŒssen die HĂ€ndler planen, Ware einkaufen und Personal binden. Die Risiken werden jetzt fĂŒr alle viel zu groß“, sagt Dr. Robert Franke, Leiter des Amtes fĂŒr Wirtschaftsförderung. „Um ĂŒberhaupt noch in der ersten Dezemberwoche mit dem Markt zu starten, hĂ€tte aufgrund der Aufbauzeiten diese Woche eine Entscheidung gefĂ€llt werden mĂŒssen.“

Warum kann es keinen „Striezelmarkt-Light“ geben, z. B. ohne GlĂŒhweinstĂ€nde?  
„Das Corona-Geschehen ist immer noch sehr dynamisch“, so Hilbert. „Es deutet sich an, dass Bund und Freistaat die bestehenden Verordnungen weiterfĂŒhren oder sogar verschĂ€rfen. Unter diesen Voraussetzungen wollen wir keine unnötigen Orte schaffen, an denen sich das Virus verbreiten könnte.“

Warum hat die Stadt so lange mit der Absage gewartet?
„NatĂŒrlich wird es jetzt einige selbsternannte Experten geben, die uns vorwerfen, wir hĂ€tten schon lĂ€ngst absagen sollen. Ich finde dies allerdings zu kurz gedacht und der Sache nicht angemessen“, so Dresdens OberbĂŒrgermeister. „Wir haben im Vorfeld ein gutes Konzept entwickelt, um die Gesundheit der Marktbesucher bestmöglich zu schĂŒtzen. Der Striezelmarkt als Ă€ltester deutscher Weihnachtsmarkt hat eine so lange Tradition und einen so hohen Stellenwert in der Stadtgesellschaft, dass es richtig war, bis zum letztmöglichen Zeitpunkt darum zu kĂ€mpfen. Es geht dabei ja nicht alleine um einen Markt und um Konsum, es geht um die Idee der Vorfreude auf Weihnachten, um Lichter in einer dunklen Jahreszeit und strahlende Augen von großen und kleinen Kindern.“

Welche Kosten entstehen der Stadt?
„Um die Chance auf einen Striezelmarkt ĂŒberhaupt und so lange wie möglich zu bewahren, sind natĂŒrlich auch Kosten entstanden“, sagt Amtsleiter Franke. „Dazu gehört die Planung fĂŒr die Erweiterung ans Terrassenufer mit den notwendigen Hygiene-, Verkehrs und Sicherheitskonzepten. Um die Kostenrisiken zu minimieren, wurde bis auf die Dekoration kein Aufbau begonnen. Eine genaue AufschlĂŒsselung wird jetzt erstellt.“

Was passiert mit den thematischen WeihnachtsmÀrkten?
Franke: „Wir haben die Konzessionsnehmer fĂŒr die MĂ€rkte unter anderem auf dem Neumarkt, der Pager Straße und der Hauptstraße ĂŒber die Entscheidung zum Striezelmarkt informiert und stehen im Austausch.“

Warum gibt es in der Stadt trotzdem einzelne Buden, die Weihnachtsartikel verkaufen?
Es besteht hier ein Unterschied zwischen den FlĂ€chen, die mit einer Marktsatzung geregelt sind und öffentlichen FlĂ€chen, die fĂŒr Sondernutzungen vergeben werden. Hinzu kommen die privaten FlĂ€chen etwa im Bereich der Einkaufszentren. Hilbert: „Wir erhoffen uns hier von Bund und Freistaat eine einheitliche, fĂŒr alle klar nachvollziehbare Regelung fĂŒr den Dezember.“

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