Jungw├Âlfe wandern jetzt durch ganz Sachsen

Landesumweltamt r├Ąt Tierhaltern zur Vorsorge

Zu dieser Jahreszeit verlassen viele Jungw├Âlfe ihr elterliches Rudel und ihr angestammtes Territorium. Diese ┬╗Abnabelung┬ź geht oft mit der Geburt des neuen Wurfs der Wolfswelpen Anfang Mai einher, wie die Fachstelle Wolf des Landesumweltamtes Sachsen (LfULG) heute mitteilte. Einige der halbstarken oder erwachsenen Jungtiere der Vorjahre w├╝rden dann mitunter ├╝ber hunderte Kilometer weit wandern, um einen Partner zu finden oder um sich ein Gebiet zu suchen, wo sie sesshaft werden k├Ânnen. Deshalb h├Ąufen sich in dieser Zeit z. B. auch Meldungen ├╝ber Wolfssichtungen in Regionen, in denen es noch keine best├Ątigten Wolfsterritorien gibt, so zum Beispiel in den s├╝dlichen Landkreisen Sachsens, wie dem Erzgebirgskreis oder dem Landkreis Zwickau (das LfULG berichtete).

Treffen die W├Âlfe auf ihrer Wanderschaft auf unzureichend gesch├╝tzte Nutztiere, sind diese f├╝r sie eine leichtere Beute als wildlebende Huftiere, die zu ihrem nat├╝rlichen Beuteschema geh├Âren. Jeder Tierhalter sollte deshalb die Schutzma├čnahmen f├╝r seine Weidetiere ├╝berpr├╝fen und Schwachstellen beseitigen. Herdenschutzma├čnahmen garantieren zwar keinen hundertprozentigen Schutz, k├Ânnen jedoch ├ťbergriffe durch den Wolf effektiv reduzieren. Einen wirksamen Schutz bieten stromf├╝hrende Z├Ąune mit einer H├Âhe von 100 bis 120 Zentimetern. Ein schmerzhafter Stromschlag schreckt den Wolf in der Regel ab. Es sollte deshalb auf eine ausreichende Spannung von 4.000 Volt und auf eine gute Erdung geachtet werden.

Beim Zaunbau ist es wichtig, dass die H├Âhe ├╝ber die gesamte Koppell├Ąnge eingehalten wird. Au├čerdem d├╝rfen die Umz├Ąunungen keine Durchschlupfm├Âglichkeiten am Boden bieten und alle Seiten der Koppeln m├╝ssen geschlossen sein. Ebenso m├╝ssen offene Gr├Ąben oder Gew├Ąsser ausgekoppelt werden, weil sie f├╝r W├Âlfe kein Hindernis darstellen.

Bei Wildgattern ist besonders auf einen wirksamen Schutz vor dem Untergraben der Umz├Ąunung durch den Wolf zu achten. Eine zus├Ątzlich angebrachte Zaunsch├╝rze aus Knotengeflecht an der Au├čenseite des Zauns kann dies bewirken oder wenn bodennahe stromf├╝hrende Drahtlitzen verwendet werden.

Pr├Ąventive Herdenschutzma├čnahmen gegen Wolfs├╝bergriffe k├Ânnen sich Schaf- und Ziegenhalter sowie Betreiber von Wildgattern im Rahmen der F├Ârderrichtlinie “Nat├╝rliches Erbe” f├Ârdern lassen. Der F├Ârdersatz liegt in Sachsen bei 100 Prozent der f├Ârderf├Ąhigen Ausgaben.

F├╝r alle Tierhalter gilt: Werden bei der t├Ąglichen Kontrolle tote oder verletzte Nutztiere vorgefunden und besteht die Vermutung, dass ein Wolf der Verursacher sein k├Ânnte, sollte die Meldung des Schadens zeitnah, innerhalb von 24 Stunden bei der Fachstelle Wolf eingehen.

F├╝r die Meldung von Nutztierrissen sowie toten, verletzten oder auff├Ąlligen W├Âlfen in Sachsen steht f├╝r alle Anrufe aus dem deutschen Telefonnetz rund um die Uhr eine kostenlose Hotline zur Verf├╝gung: 0800 555 0 666. F├╝r unterdr├╝ckte Rufnummern ist diese Nummer gesperrt.

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