Talsperre Malter: Bauarbeiten verzögern sich

Nur eingeschränkter Bade- und Bootsbetrieb möglich

Die Arbeiten am Umleitungsstollen der Talsperre Malter verzögern sich. Grund dafür sind die vorgefundenen Untergrundverhältnisse, durch die sich die Bauarbeiten schwieriger gestalten als ursprünglich angenommen. Derzeit geht die Landestalsperrenverwaltung von einer Fertigstellung im Juni 2018 aus. Danach wird die Talsperre schrittweise wieder angestaut.

Für den Einbau der neuen Talsperrenschieber muss der Umleitungsstollen aufgeweitet und vertieft werden. Um diese Arbeiten ausführen zu können, wurden die Rohrleitungen im Umleitungsstollen wasserseitig verschlossen. Sie stehen somit während der Bauzeit nicht zu der bei einem anstehenden Hochwasserereignis nötigen Vorentlastung der Talsperre zur Verfügung. Um die Hochwassersicherheit für den Unterlauf der Talsperre Malter auch während der Bauzeit sicher zu stellen, musste ein zusätzlicher Rückhalteraum geschaffen werden. Dafür wurde der Stauspiegel der Talsperre um 3,50 Meter abgesenkt. Ein Anstau der Talsperre auf den normalen Wasserstand ist bis zu Beginn der Badesaison 2018 nicht zu erreichen.

Trotz dieser Einschränkungen wird die Weißeritztal-Erlebnis GmbH alles unternehmen, um den Badebetrieb mit dem 14.05.2018 zu starten, so die Stadtverwaltung Dippoldiswalde. Es ist geplant, in den Freibädern Seifersdorf und Paulsdorf jeweils zwei betonierte Zuwegungen zum Wasserbereich zu errichten. Gleichzeitig wird im Freibad Malter und Paulsdorf jeweils ein Badesteg gebaut über den die Badegäste problemlos zum und aus dem Wasser kommen. Der Bootssteg im Freibad Malter wird zur Wassergrenze versetzt, um den Boots- und Tretbootverleih zu sichern. Mit Erreichen der normalen Stauhöhe werden auch die Wasserattraktionen wieder ins Wasser gebracht. Wir bitten um Verständnis für die notwendigen Einschränkungen.

Hintergrund:

Die Arbeiten am Umleitungsstollen der Talsperre Malter laufen seit September 2017. Im Stollen befinden sich drei Rohrleitungen mit Absperrklappen. Diese sollen durch robuste Talsperrenschieber ausgetauscht werden. Talsperrenschieber ermöglichen deutlich höhere Abgabemengen. Bei einem bevorstehenden Hochwasser kann so der Wasserspiegel der Talsperre schneller abgesenkt werden als bisher. Dadurch sind die Unterlieger der Talsperre Malter künftig besser vor Hochwasser geschützt.

Die über 100 Jahre alte Talsperre Malter wird bereits seit 2015 im laufenden Betrieb saniert. Bereits fertiggestellt sind die Bauarbeiten an der Mauerkrone und der Brücke über die Hochwasserentlastungsanlage sowie der neue Abflusspegel. In den nächsten Jahren soll die Hochwasserentlastungsanlage erweitert und später auch der wasserseitige Schutzmantel der Staumauer erneuert werden. Für die Sanierung sind insgesamt rund 22 Millionen Euro veranschlagt.