Polizeiliche Kriminalstatistik vorgestellt

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Weniger WohnungseinbrĂŒche und Kfz-DiebstĂ€hle / Mehr Rauschgiftdelikte und neue Bedrohung durch Cybercrime

Die Zahl der Straftaten im Freistaat Sachsen ist im vergangenen Jahr gesunken. Insgesamt wurden 323.136 FĂ€lle registriert. Das ist ein RĂŒckgang von 0,5 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr. Gesunken sind die Anzahl der Wohnungseinbruchs- und KraftfahrzeugdiebstĂ€hle sowie FĂ€lle von Grenz- und GewaltkriminalitĂ€t. DemgegenĂŒber hat sich die Zahl der registrierten Rauschgiftdelikte erhöht. Auch die FĂ€lle von CyberkriminalitĂ€t sind gestiegen. Die AufklĂ€rungsquote ist um 3,4 Prozentpunkte gestiegen und lag im Jahr 2017 bei 59,2 Prozent.

Innenminister Prof. Dr. Roland Wöller betonte wĂ€hrend der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik heute in Dresden: „Wir wollen, dass die Menschen in Sachsen sicher leben. Nur auf dieser Grundlage kann sich unsere Gesellschaft entwickeln und entfalten. Sicherheit schafft Vertrauen in den Staat und ist ein Standortvorteil fĂŒr Sachsen. Mit dem Personalaufwuchs bei der sĂ€chsischen Polizei werden wir diese Sicherheit weiter stĂ€rken.“

Zahl der WohnungseinbrĂŒche zurĂŒckgegangen

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der WohnungseinbruchsdiebstĂ€hle in Sachsen um 13,1 Prozent auf 4.071 gesunken (2016: 4.684). Die AufklĂ€rungsquote lag bei mehr als 20 Prozent. Insgesamt 832 Wohnungseinbrecher konnte die sĂ€chsische Polizei ermitteln. Ein Viertel der TatverdĂ€chtigen sind AuslĂ€nder. Die Personen stammen ĂŒberwiegend aus Tunesien, Tschechien und Georgien.

Kfz-DiebstĂ€hle in Sachsen rĂŒcklĂ€ufig

Das dritte Jahr in Folge sind im Freistaat Sachsen weniger Kraftfahrzeuge gestohlen worden. GegenĂŒber dem Vorjahr sank die Zahl der DiebstĂ€hle um 383 auf insgesamt 2.503 (2016: 2.886). Die AufklĂ€rungsquote lag bei mehr als 25 Prozent.

GewaltkriminalitÀt nimmt ab

Die Zahl der Delikte im Bereich GewaltkriminalitÀt ist im vergangenen Jahr um 8,5 Prozent auf 7.973 FÀlle gesunken. Die Mehrzahl der GewalttÀter konnten durch die sÀchsische Polizei ermittelt werden. Die AufklÀrungsquote lag bei 77,9 Prozent. Jede vierte Straftat im Bereich der gefÀhrlichen und schweren Körperverletzung wurde durch Zuwanderer begangen.

GrenzkriminalitÀt auf niedrigstem Stand seit zehn Jahren

Die Zahl der Straftaten in den Gemeinden entlang der sĂ€chsischen Außen-grenze zu Polen und Tschechien ist so niedrig, wie seit zehn Jahren nicht mehr. 2017 wurden 17.831 FĂ€lle (ohne auslĂ€nderrechtliche Straftaten) registriert. Das ist ein Minus von 1,4 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr. Im Vergleich zum Landesdurchschnitt ĂŒberreprĂ€sentiert sind in den Grenzgemeinden FĂ€lle von Kraftwagendiebstahl und Rauschgiftdelikte.

Entlang der 577 Kilometer Außengrenze gibt es 46 sĂ€chsische Gemeinden mit Grenzbezug, davon liegen 39 an der tschechischen und sieben an der polnischen Außengrenze.

Anzahl der Rauschgiftdelikte gestiegen

Im Jahr 2017 ist die Anzahl der Rauschgiftdelikte auf 12.207 gestiegen. Das ist ein Plus von 24,3 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr (2016: 9.819). Etwa jede vierte Straftat ist ein Verstoß wegen des Handels mit oder des Schmuggels von BetĂ€ubungsmitteln. WĂ€hrend die Fallzahlen bei Crystal nahezu konstant blieben, stieg insbesondere die Feststellung von illegalen Cannabisprodukten, wie Marihuana oder Haschisch. Die höhere Zahl der im vergangenen Jahr registrierten Straftaten ist auch durch eine höhere Kontrolldichte der Polizei zu erklĂ€ren. Im Fokus stehen dabei HĂ€ndler- und Schmugglerstrukturen.

Statistisch erfasst werden nur Delikte, die angezeigt oder von der Polizei durch Kontrollen entdeckt worden sind. Eine so genannte „Dunkelfeldstudie“ zum Thema Crystal soll der sĂ€chsischen Polizei deshalb zusĂ€tzliche Informationen zu Herstellung, Verbreitung und Konsum der Droge Crystal liefern. Die auf zwölf Monate angelegte Untersuchung wird von der Hochschule der sĂ€chsischen Polizei durchgefĂŒhrt und soll noch im ersten Halbjahr 2018 starten.

Bedrohungspotenzial durch CyberkriminalitĂ€t weiterhin groß

Straftaten im Internet haben im Jahr 2017 auch statistisch erneut zugenommen. Die sÀchsische Polizei registrierte 11.173 FÀlle. Das ist ein Plus von 8,8 Prozent. Auch die Zahl der Angriffe auf Datennetze stieg um 23,7 Prozent auf insgesamt 2.652 FÀlle.

Viele Cyberangriffe werden allerdings von Betroffenen nicht bemerkt oder nicht bei der Polizei angezeigt. Deshalb ist von einem nicht unerheblichen Dunkelfeld auszugehen.

Laut einer forsa-Studie im Auftrag des SĂ€chsischen Innenministeriums dĂŒrfte das reelle Bedrohungspotenzial durch Cybercrime im Freistaat bei mehr als 580.000 FĂ€llen pro Jahr liegen. In Sachsen nutzen etwa 3 Millionen Menschen ĂŒber 18 Jahre das Internet, fast jeder fĂŒnfte User war schon einmal Opfer von Schadsoftware, IdentitĂ€tsdiebstahl, Internetbetrug oder digitaler Erpressung.

Zahl der Straftaten durch Zuwanderer leicht gestiegen

Die Zahl der durch Zuwanderer* verĂŒbten Straftaten hat sich in 2017 leicht erhöht. Insgesamt 19.769 FĂ€lle (ohne auslĂ€nderrechtliche Straftaten) wurden erfasst, ein Jahr zuvor waren es noch 941 weniger. Fast ein Drittel der Straf-taten waren DiebstĂ€hle, rund 17 Prozent Körperverletzungs- und 7,7 Prozent Rauschgiftdelikte.

In Sachsen lebten im Jahr 2017 insgesamt 52.918 Zuwanderer, gegen 9.493 wurde strafrechtlich ermittelt. Eine besondere Gruppe darunter bilden mehrfach-/intensiv tatverdĂ€chtige Zuwanderer (MITA). Diese Gruppe umfasste im Jahr 2017 insgesamt 677 Personen die fĂŒr 7.214 Straftaten durch Zuwanderer verantwortlich sind. Das entspricht einem Anteil von rund 35 Prozent. Die meisten MITA stammen aus Libyen (168), Tunesien (101), Marokko (81) und Georgien (71).

Die sÀchsische Polizei und die Staatsanwaltschaften gehen bereits seit 2014 tÀterorientiert gezielt gegen MITA vor.

*Zuwanderer sind Asylbewerber, geduldete AuslĂ€nder, KontingentsflĂŒchtlinge, unerlaubt aufhĂ€ltige Personen, international/national Schutzberechtigte und Asylberechtigte.

Politisch motivierte KriminalitÀt nimmt ab

Sachsenweit sind die politisch motivierten Straftaten in 2017 um knapp zehn Prozent zurĂŒckgegangen. Statistisch wurden 3.259 FĂ€lle erfasst. Davon sind 2.024 Straftaten dem PhĂ€nomenbereich „rechts“ und 667 dem PhĂ€nomenbereich „links“ zuzuordnen.

Auch die Zahl der Angriffe auf AsylbewerberunterkĂŒnfte ist rĂŒcklĂ€ufig. WĂ€hrend 2016 noch 117 FĂ€lle gezĂ€hlt wurden, waren es im vergangenen Jahr insgesamt 23.

TatverdÀchtige

Die Polizei ermittelte im vergangenen Jahr 91.500 TatverdÀchtige. Der Anteil nichtdeutscher TatverdÀchtiger lag bei 20,7 Prozent. Knapp die HÀlfte der nichtdeutschen TatverdÀchtigen (9.493) waren Zuwanderer. Ihr Anteil an allen ermittelten TatverdÀchtigen betrÀgt 10,4 Prozent.

Innenminister gibt Ausblick auf kĂŒnftige Sicherheitspolitik

Die SĂ€chsische Staatsregierung hat mit dem Zukunftspakt die Sicherheitspolitik im Freistaat Sachsen entschieden nachgeschĂ€rft. Innenminister Wöller unterstreicht dabei: „Wir werden den Modernisierungsprozess bei der Polizei konsequent fortfĂŒhren. Ein Großteil der 1.000 neuen Polizistinnen und Polizisten kommt kĂŒnftig im Streifendienst und bei Einheiten der KriminalitĂ€tsbekĂ€mpfung zum Einsatz. Damit stĂ€rken wir die PrĂ€senz im lĂ€ndlichen Raum und an bestimmten Brennpunkten. Mit neuen Befugnissen wird das sĂ€chsische Polizeigesetz zudem dabei unterstĂŒtzen, die Sicherheit hier im Lande weiter auszubauen.“

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